Es zeichnete sich schon länger ab, dass Jeb_ bei der Entwicklung des Multiplayers Hilfe benötigen würde. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass man das geniale Spiel eigentlich nicht in einer halbwegs anspruchsvollen Serverumgebung betreiben kann – wenn es da nicht Bukkit gäbe.
Diese Schnittstelle wird seit Dezember 2010 von einer handvoll Programmierern als Open-Source äußerst professionell entwickelt. Spötter lästern schon seit geraumer Zeit, dass man lieber das Bukkit-Team mit der Programmierung von Minecraft betrauen sollte. Spätestens während der “Adventure-Update-Phase” im vergangenen Jahr mussten Serverbetreiber eine Menge Nerven lassen, ging enormes Vertrauen in Mojang verloren. Dass an dem schwedischen Millionenseller und Mojang-Flaggschiff Minecraft bis dato gerade mal ein bis zwei Vollzeitprogrammierer herumschrauben, ist ein weiterer Kritikpunkt.
Doch seit dem sich der eigenbrödlerische Notch aus dem Projekt zurückgezogen hat, stehen die Zeichen auf Sturm! Es ist damit zu rechnen, dass in Kürze eine Menge frischer Wind durch Minecraft bläst, denn der neue Chef-Entwickler Jens Bergensten holte sich nun das Bukkit-Team ins Boot: Bukkit gehört ab sofort offiziell zu Mojang!
Ich halte dies für die wichtigste Entscheidung in der ganzen Geschichte von Minecraft. Das Spiel wird von den Entwicklern endlich ernst genommen, sein “Just for fun” Indie-Image in den Hintergrund gedrängt. Der große Erfahrungsschatz, den das Bukkit-Team in Bezug auf Server und Plugins mitbringt, wird nicht nur den holprigen Weg auf Multiplayern ebnen, sondern sich auch auf das komplette Spiel positiv auswirken.
Während die Community und das Plugin-Angebot weiterhin auf bukkit.org organisiert werden soll, wird aus der Bukkit-Software die Minecraft API. Ob dies auch schon kurzfristig umgesetzt wird, ist nicht klar.
Überhaupt bleiben noch viele Fragen offen, besonders was die zu erwartende Lücke zwischen Minecraft 1.2 und der passenden Bukkit-Version angeht. Wird diese Version schon Minecraft API heißen? Wird sie zeitgleich mit MC 1.2 veröffentlicht? Wird die VÖ von Minecraft 1.2* sogar noch hinausgeschoben, damit beide Pakete gleichzeitig fertig sind? Oder ist alles schon längst erledigt, der Coup seit langem unter Dach und Fach? Hierzu gibt es leider noch keine konkreten Angaben.
Multiplayer-Spieler und Serverbetreiber tun also erst einmal gut daran, wie gewohnt mit dem Schlimmsten zu rechnen – dann kann es nur besser werden ;)
*Update: Minecraft 1.2 erscheint am Donnerstag, den 1. März 2012.
Nachdem Minecraft beinahe wöchentlich neue Auszeichnungen einheimst und die Verkaufszahlen ja bekanntermaßen in astronomische Höhen vorgestoßen sind, dürfen sich Jeb_ und Notch auch heute wieder auf die Schulter klopfen, denn…
…Minecraft ist der Top-Aufsteiger unter den Google-Suchbegriffen für Deutschland 2011!
Global gesehen läuft die amerikanische Sängerin Rebecca Black dem Computerspiel allerdings den Rang ab.
Trotzdem liegt Minecraft jetzt in Deutschland auf Augenhöhe mit Begriffen wie “Japan”, “Megan Fox” und “Pizza”, die in anderen Kategorien die ersten Plätze belegen.
Das komplette Ranking kann auf der Google Zeitgeist Seite durchstöbert werden.
PS: In breiten Teilen der Mainstream-Presse ist zu lesen, Minecraft wäre der weltweit häufigste Google-Suchbegriff. Dies ist falsch, wir ihr auf Google Zeitgeist selber sehen könnt.
Es dürfte das bestimmende Thema dieser Woche beim Minecraft-Hersteller Mojang sein. Notch und sein Team sind deswegen jedenfalls schon mal ordentlich in Euphorie verfallen.
Kein Wunder, denn das beste Spielzeug aller Zeiten zieht in Betracht, mit dem besten Computerspiel aller Zeiten eine Ehe einzugehen! Nein, ich rede nicht von der Steve-Barbiepuppe!
Lego bringt möglicherweise bald Minecraft-Baukästen heraus, sofern auf der Lego-Community-Seite cuusoo.com mindestens 10.000 Stimmen eingehen.
Gemessen an den Minecraft-üblichen Zuwachsraten verläuft das Voting allerdings eher schleppend. Obwohl es nur eine Frage der Zeit sein dürfte, bis die nötige Stimmenanzahl erreicht ist.
Ich selber bin ein Lego-Fan, und – wie man weiß – bin ich auch ein Fan von Minecraft. Würde ich mir deswegen aber einen Legokasten kaufen? Es kommt wohl sehr darauf an, was sich die Lego-Techniker und Innen so einfallen lassen. Ich sage mal, da in Minecraft das Rad (leider) noch nicht erfunden ist, scheiden Technikbaukästen wohl eher aus. Landschaftsmodelle und Häuser sind möglicherweise für Kinder eine nette Sache, würden Erwachsenen aber wohl hauptsächlich als Staubfänger dienen. Bleiben noch kleine Modelle, die sich als lustige 10-Euro-Artikel unter das Volk bringen ließen: Sozusagen der Steckbau-Creeper für den Schreibtisch.
Wie dem auch sei, Mojang möchte seinen Anteil aus der Vermarktungsbeute für wohltätige Zwecke spenden. Und gegen Lego ist nun auch nicht viel einzuwenden, es sein denn, jemand ist Vorsitzender des Ökologischen Gesprächskreises für die Befreiung farbiger Kunststoffe aus der kapitalistischen Unterdrückung… oder so.
Sollen sie also den Kasten bauen. Ob ich ihn dann kaufe, weiß ich noch nicht. Wenn ich ihn aber kaufe, werden es minenarbeit.de Leser und Innen als erste erfahren :)
Es ist nicht sehr überraschend, dass Notch sich eine Auszeit von Minecraft nehmen möchte. Schon während des gesamten Jahres 2011 konnte man erkennen, dass Jens Bergensten das eigentliche Arbeitstier hinter Minecraft war, während sich Notch all zu oft auch um viele andere Dinge kümmerte.
Nun ist es offiziell. Notch hat gerade auf seinem Blog seinen Kollegen Jens Bergensten zum Boss der Minecraft-Abteilung erklärt. Offensichtlich soll Jens langfristig die oberste Entscheidungsgewalt in allen Minecraft-Fragen haben. Ich begrüße diese Entscheidung ganz außerordentlich!
Zur Erinnerung: Jens Bergensten hat uns in diesem Jahr unter anderem die Wölfe, Falltüren, Repeater, Pistons, Tränke, Powered Rails und vieles mehr beschert. Durch seine Arbeit und seinen lebendigen Austausch mit der Community konnte er viele Pluspunkte sammeln. Auch dürfte er emotional nicht so stark an das Spiel gebunden sein wie Notch. Der sympathische MC-Erfinder neigte immer mal wieder zu launischen Aktionen, weil ihm etwas nicht “minecraftish” genug war. Jens wird die Entwicklung des Spiels sachlicher angehen können und trotzdem mit Leidenschaft an Minecraft arbeiten.
Das Erreichen der Vollversion scheint für Notch auch eine persönliche Wegmarke gewesen zu sein. Nun kann er ruhigen Gewissens sein Spiel an seinen Kumpel Jens übergeben, wo er es in guten Händen weiß. Notch möchte nun vor allem etwas kürzer treten und sich ins Programmieren eines neuen Spiels stürzen. Wenn mal Not am Mann ist, wird er sich natürlich auch wieder um Minecraft kümmern – dann aber als “Untergebener” von Jeb.
Alles in allem ein großer Schritt für Notch, aber für uns Spieler kein Grund zur Besorgnis.
Außerdem dürfen wir jetzt darauf gespannt sein, welchen Spielehit Notch als nächstes aus dem Ärmel zaubert. Und was Jeb mit Minecraft anstellen wird :)